Las Molles - La Serena
Der kleine Norden von Chile (10.05.2007 - 16.05.2007)
24.05.2007
20 °C
Wir verliessen nun also definitiv Santiago mit dem Ziel, erst kurz vor unserem Abflug auf die Osterinseln wieder in Santiago zu sein. Der erste Ort, welchen wir ansteuerten hiess Las Molles. Es wurde uns dort ein Restaurant empfohlen, welches von einem Schweizer gefuehrt wird. Als wir nun in das besagte Restaurant "El pirata suizo" eintraten und eine gemuetliche Menschenrunde vor offenem Chemineefeuer vorfanden, war uns klar, dass wir wohl die naechsten Stunden hier bleiben wuerden. Auf die Frage, wo wir den zu naechtigen gedenken, hatten wir noch keine Antwort. Giorgio (der Besitzer) wusste jedoch die Antwort, verschwieg uns aber die entsprechenden Details. Er liess nur verlauten, dass wir dann schon noch zu gegebender Zeit informiert werden, wo es hingehen wuerde. Nach etlichen Stunden am offenen Feuer und unzaehligen Gespraechsthemen brachen wir auf mit seinem Auto zu einer Fahrt in den dunklen Wald. Dort angekommen mussten wir draussen warten, bis er alle Kerzen im Haus angezuendet hatte, denn das Haus verfuegt ueber keinen Strom- und Wasseranschluss. Was wir vorfanden war ein wunderschoen und schlicht eingerichtetes Haeuschen, welches wie ein Adlerhorst auf einer Klippe thront in einem Militaersperrgebiet. Giorgio liess uns wissen, dass er sein "illegal erbautes Haeuschen" nur sehr wenigen Besuchern zeige, denn er moechte nicht, dass man den Weg zu seinem Traumoertchen kennt und es im Nachhinein wieder einmal besuchen koennte. Wir wussten seine Gastfreundschaft zu schaetzen und schliefen nach weiteren Stunden mit Gespraechen ueber Gott und die Welt tief und erschoepft ein. Am naechsten Tag erkundeten wir die naehere Umgebung und mussten feststellen, dass er sich ein wirklich einmaliges Oertchen ausgesucht hatte fuer seinen Bau.
Blick vom Wohnzimmer aufs Meer. Gut zu erkennen ist die erhoehte Lage ueber den Klippen.
Nach zwei weiteren Naechten auf dem nahegelegenen Zeltplatz und schoenen Surfsessions verliessen wir Las Molles wieder in Richtung La Serena.
Unser Standplatz in Las Molles. Doch es spielte eigentlich keine Rolle, wo wir uns hinplaziert haetten, denn wir waren die einzigen Gaeste um diese Jahreszeit.
Endlich kamen wir mal zum Surfen...
In La Serena naechtigten wir im Hostal La Punta. Der Tagesablauf bestand darin, dass wir vor dem Fruehstueck einen Morgensurf absolvierten und nachher die naehere Umgebung nach weiteren Spots absuchten, um uns wieder dem Surfen zu widmen. Leider war der Swell kleiner als prognostiziert und so trafen wir an zahlreichen Orten leider nur kleinere Wellen an, als wir eigentlich erhofft hatten.
Das Wahrzeichen der Schwesterstadt "Coquimbo", das "Cruz del III Milenio" besuchten wir natuerlich auch. Dieser Betonkoloss in Form eines ueberdimensionierten Kreuz steht in starkem Gegensatz zu den Barackenbauten an dessen Fusse. Und von weitem sieht man die "billige" Bauart des Schalenbetons zum Glueck auch nicht. Fazit: Aus der Ferne betrachtet wirkt das Kreuz sehr schlicht und schoen, aus der Naehe ist es jedoch fraglich, ob ein solches monumentales Bauwerk einen solchen Ort wirklich aufwertet oder nicht. Die entsprechende Antwort bleibt dem Besucher vorenthalten.
Das ueberdimensionierte und wuchtig anmutende "Cruz del III Milenio" in "Coquimbo".
Daneben wirken die Haeuser der Einwohner von Coquimbo fast klaeglich neben dem Betonbauwerk.
Die Fahrt fuehrte uns nach drei Tagen in La Serena weiter Richtung Norden, zu weiteren empfohlenen Surfspots zwischen La Serena und Antafogasta.







