A Travellerspoint blog

Apr 2007

Patagonien / ARGENTINIEN

Eine Woche rund um San Carlos de Bariloche (18.04.2007 - 24.04.2007)

sunny 10 °C

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San Carlos de Bariloche en Argentina - Wir hoerten immer wieder, es sei wie Zermatt in der Schweiz. Doch wer dies denkt, der war noch nie in Zermatt. Wenn man Kaese- oder Schokoladenfondue essen kann, alle schweizer Kantonswappen an etlichen Hauswaenden sieht, man zwischen dem Hotel Matterhorn, Zermatt oder Gstaad auswaehlen kann, um seinen Wertesten zu betten, dann darf man sich noch lange nicht in der Schweiz fuehlen. Doch nebst all diesen vermeintlichen truegerischen Schokoladenfabriken und Uhrengeschaeften, gibt es doch viele Dinge in San Carlos de Bariloche, welche einen Abstecher durchaus lohnenswert, ja sogar empfehlenswert machen.

Mittwoch:
Die Busreise ueber die mittlerweilen schneebedeckten Andenpaesse dauerte ungefaehr neun Stunden. Wenn das ganze Passprozedere an der Grenze nicht waere, dann wuerde es sehr wahrscheinlich auch in fuenf Stunden gehen. Doch da der argentinische Zoll peinlichst genau mit einem Spuerhund nach vermeintlichen frischen Nahrungsmitteln sucht, welche man aufgrund von Fruchtfliegen und so weiterem nicht ueber die Grenze mitnehmen darf, dauert es eben ein Weilchen.

Als wir in Argentinien ankamen, heuerten wir erst einmal einen Taxifahrer an, welchen uns zu einem Bancomaten chauffierte, damit wir wenigstens im Besitze einiger argentinischer Pesos waren, um die Fahrt vom ausserhalb der Stadt gelegenen Busterminal zum Hostel zu bezahlen. Nur leider waren die erhaltenen Geldscheine nicht in der Groessenordnung, mit welchen man in Bariloche Taxis bezahlen kann. Somit mussten wir uns zuerst das Geld fuer die Fahrt vom Hostel, in welchem wir aber noch gar nicht eingecheckt hatten, leihen. Manchmal ist es Gold wert, wenn man an unkomplizierte Leute geraet.

Donnerstag:
Fuer diesen Tag liehen wir uns zwei argentinische Mountainbikes und hatten Grosses vor. Doch als wir losfuhren, mussten wir rasch unsere Plaene aendern. In Chile dachten wir schon, dass wir wohl nicht die gluecklichste Hand hatten bei der Auswahl der Bikes. Doch diese beiden Bikes waren definitiv die Kroenung. Da wir es jedoch schon gewohnt sind, unsere Reiseplaene kurzfristig noch aendern zu muessen, fuehlten wir uns dieser Situation schon genuegend vertraut und es wurde eine schoene Tour rund um den Cerro Otto.

Freitag:
Heute hiess es um 5.45 Uhr aufstehen, um zeitig in "Le Cathedral" am Ausgangspunkt unserer Wanderung zu sein.

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Nicht die beste Kartenqualitaet, doch man kann vielleicht erkennen, wo es durch ging.

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Im Dunkeln liefen wir los, um den Sonnenaufgang spaeter geniessen zu koennen.

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Wir verliessen das Hostel vor sieben Uhr und liefen um 7.45 Uhr von "Le Cathedral" los, um 3 Stunden spaeter und mit etlichen Hoehenmeter unter den Fuessen im "Refugio Frey" anzukommen.

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Das "Refugio Frey" am wunderschoenen Bergsee nach drei Stunden Aufstieg.

Von dort ging es an zwei wunderschoenen Bergseen vorbei ueber eine Grette zur "Puerto Princessa". Zum guten Glueck befanden sich schon einige wenige Fussspuren auf unserer Route, so dass wir immerhin eine leichte Ahnung hatten, wo sich unser Weg befand. Trotzdem war die Route nicht ganz leicht begehbar, da schon eine betrachtliche Menge an Schnee lag und der Boden zum Teil derart gefroren war, dass wir nicht immer die beste Trittsicherheit hatten.

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Auch waren die Wegweiser (auf Felsen aufgemalte einfache rote Punkte) nicht immer leicht zu entdecken.

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Wir wurden jedoch immer wieder mit wunderbaren Panoramen fuer unseren muehevollen Aufstieg belohnt.

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Die Tour beendeten wir nach 7 Stunden effektiver Marschzeit mit der Talfahrt einer Gondelbahn, welche ausnahmsweise fuer eine geschlossene Gesellschaft geoeffnet war, welcher wir uns einfach hinten anstellten.

Samstag:
Auf dem Programm stand relaxen und das Auskundschaften des Bikeverleihs fuer den kommenden Tag.

Sonntag:
Wir fuhren mit dem oeffentlichen Bus bis zum 25 Kilometer entfernten Bikeverleih. Von dort radelten wir auf Nebenstrassen und Schotterpisten (diese koennen manchmal ziemlich muehsam und anstrengend sein, vor allem wenn die Abstaende der Rillen sehr nahe beieinander liegen) nach "Le Cathedral", um unser Once zu geniessen.

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Nach einem guten Once genossen wir die Talfahrt und fuhren an etlichen Seen vorbei dem "Circuit Chico", unserem zweiten Etappenziel entgegen. Der "Circuit Chico" ist eine huegelige Rundstrecke um den Lago Moreno. Nach ca. 70 Kilometern beendeten wir unsere Biketour wieder beim Bikeverleih, von wo uns der oeffentliche Bus nach Bariloche zurueck brachte.

Montag:
Heute liefen wir auf die Bergspitze, dem "Cerro Otto", um welchen wir am ersten Tag mit dem Fahrraedern geradelt sind. Wir genossen unser Once diesmal in der Bergstation der Gondelbahn, bevor wir uns eine Nachspeise im Drehrestaurant (wie demjenigen des Piz Glorias auf dem Schilthorn - die Schweiz laesst gruessen) goennten.

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Blick vom Cerro Otto in Richtung "Circuit Chico" und den "Lago Moreno".

Nach einem raschen Abstieg ueber steile Singletrails (wie sehr wir es uns gewuenscht haetten, jetzt ein Bike zu besitzen) ging es wieder dem Hotel entgegen. Dies war auch sogleich unser letzter Tag unseres Ausfluges nach Argentinien, um einerseits unser Visum zu verlaengern und andererseits auch einmal wieder die Topografie Patagoniens zu Fuss und per Bike zu erfahren.

Posted by surfers 21.04.2007 6:19 PM Archived in Argentina Comments (0)

Volcán Osorno und Volcán Casablanca

Vulkanbesichtigungen (14.04.2007 und 15.04.2007)

semi-overcast 18 °C

Den Samstag widmeten wir der Besichtigung des Vulkans Osorno, welcher ihr schon von unserer Reise nach Puerto Montt und von der Biketour her kennt. Wir fuhren bis zu der auf 1200 Meter hoch gelegenen Talstation des Skigebietes. Von dort unternahmen wir einen kleinen Aufstieg bis zum Ende des ersten der beiden Sessellifte. Der Vulkan selbst erreicht eine Hoehe von 2652 Metern und seine Kuppe ist ganzjaehrig von einem Gletscher bedeckt. Unter den Chilenen gilt er schlicht als "der schoenste Vulkan Chiles".

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Der Wind blies entsprechend stark, was uns jedoch nicht davon abhielt, die Landschaft zu geniessen. Gluecklicherweise konnten wir von einem etwa einstuendigen Regenunterbruch profitieren.

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Blick auf den Lago Llanguihue mit der ersten Sektion der Sesselbahn.

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Das vulkanische Gestein knapp unterhalb der Schneedecke spiegelt sich im Sonnenlicht in den unterschiedlichsten Farben. Die Farbpalette reicht von Rot ueber Gruen bis hin zu tiefstem Schwarz. Die rote Farbe des Gesteins ist der Rand eines kleineren Kraters.

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Auf dem Rueckweg ins Tal...

Am Sonntag fuhren wir in das Skigebiet des Vulkans Casablanca. Auch dort liefen wir den Skiliften entlang den steilen Vulkanhang hoch, diesmal jedoch bis zur Bergstation.

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Dem Skilift entlang bis zum Kraterrand des Vulkans Casablanca

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Die Bergstation ist erreicht, nur leider mussten wir nicht "abbuegeln". Dafuer waren wir die einzigen hier oben.

Belohnt wurden wir mit einer fantastischen Rundsicht begleitet von entsprechend heftigem Wind. Zu dieser Jahreszeit scheint es normal zu sein, dass sich Wind mit Regen abwechselt. Wir bevorzugen momentan den Wind.

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Links ist der Vulkan Puntiagudo (2190 Meter) und rechts der Vulkan Osorno (2652 Meter), welchen wir gestern besucht hatten.

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Blick in oestliche Richtung gegen Argentinien vom Kraterrand und der Bergstation des Skiliftes aus.

Posted by surfers 15.04.2007 1:10 PM Archived in Chile Comments (1)

Chaiten und Parque Pumalin

Der Nationalpark und die Careterra Austral (06.04.2007 - 11.04.2007)

rain 14 °C

Um acht Uhr morgens kamen wir in Chaiten an, einem kleinen Dorf mit etwa dem Supermarktverhaeltnis zu Einwohnern von 12:1. Eine solch hohe Dichte an Verkaufsorten habe wir noch nie gesehen. Doch bekanntlich hat auch alles seine Gruende. In Chaiten haben niemals zeitgleich mehr als zwei Supermarkte geoeffnet, obwohl man von frueh morgens bis spaet abends einkaufen kann. Somit verteilen sich die Stellenprozente klug ueber das gesamte Dorf. Auf den Strassen laufen frei Pferde umher und im Osten wird das Dorf von einem Fluss begrenzt. Und genau an jenem lauschigen Plaetzchen haben wir uns in einem Hostel einquartiert, welches von einem deutschen Origami-Master und klassischen Gitarrenkuenstler betrieben wird.

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Blick von aussen ans Hostal "Casa Hexagon".

Zum Glueck habe ich das Hostal noch am ersten Tag fotografiert, denn danach sahen wir nie mehr ein Fleckchen blauen Himmel. Und die Einheimischen haben uns mitgeteilt, dass wenn wir von sinnflutartigen Regenfaellen sprechen, fuer sie die gleichen Bedingungen mit dem Vornamen des Regens zu vergleichen sei, denn Chaiten sei der niederschlagsreichste Ort in ganz Chile, na dann mal Prost mit Regenwasser...

Trotzdem und in der Hoffung, Gore-Tex Klamotten seien nun wirklich dicht, haben wir uns am selben Tag und bei bedecktem Himmel in Richtung unser Reiseziel aufgemacht, um eine ca. dreistuendige Wanderung im Parque Pumalin zu einem verborgenen Wasserfall zu unternehmen.
Der Parque Pumalin ist der weltgroesste private Nationalpark, gegruendet vom ehemaligen Besitzer der Modefirma Esprit (Douglas Tompkins), welcher nach und nach ganze Landstuecke Chiles zusammen kauft, um diese wieder der Natur zu ueberlassen. Leider gibt es auch in Chile einflussreiche politische Personen, welche dieses oekologische Vorhaben nicht besonders unterstuetzungswuerdig finden, ja sogar gewissen Landbesitzern verbieten, ihr Land dem Parque Pumalin zu verkaufen. Der Name Pumalin bedeutet im uebrigen, "dort wo der Puma wohnt". Gesehen haben wir ihn leider nicht, schade...

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Der auf halber Strecke gelegene Lago Rio Blanco, mit der zunehmends dichter werdenden Wolkendecke.

Nach etwa einstuendiger Fahrzeit kamen wir in Caleta Gonzalo an. Dort befand sich der Ausgangspunkt fuer unsere Wanderung. Wir koennen euch die Wanderung, falls ihr auch mal in dieser Gegend seid, nur "waermstens" empfehlen. Der Weg schlaengelt sich mitten durch das Dickicht, umgeben von dicken Baeumen und Farnen. Die Steine sind mit gruenschimmerndem Moos bewachsen. Von Zeit zu Zeit helfen kleine Holzbrueckchen, moorigen Untergrund zu begehen.

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Auch eine Flussdurchquerung oder steile Treppen sind zu ueberwinden, bis man dann schlussendlich nach geschaetzten zwei Stunden am Endziel, dem Wasserfall ankommt.

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Auf die speziell nassen Witterungsverhaeltnissen muss man bei den beiden entsprechenden Bilder wohl nicht mehr extra hinweisen.

Unsere Gore-Tex Klamotten, wie eingangs schon erwaehnt, haetten eigentlich dicht gehalten, sofern man nicht das Einsatzgebiet falsch bemisst. Durch den starken Niederschlag verwandelte sich der Fluss beim Rueckweg zu einem echten Hindernis, als wir ihn durchquerten und auch das abfliessende Wasser nahm die gleichen Wege talwaerts wie wir. Somit waren schnell einmal unsere Schuhe zu wenig hoch konstruiert. Doch wasserdichte Membranen halten auch dann noch dicht, wenn Wasser mal im Schuh drin ist. Wir sprechen aus Erfahrung.
Als wir bei Caperucita Roja angelangt waren, waren wir uns einig, dass man diese Wanderung nur bei trockener Witterung unternehmen sollte. Einen entsprechenden Warnhinweis fanden wir dann auch noch abends in einem unserer Reisefuehrer. Gelesen haetten wir ihn ja, nur eben zu einem falschen Zeitpunkt.

Auf dem Rueckweg nach Chaiten hielten wir nochmals an der kleinen Bucht an, an welcher wir morgens gefruehstueckt hatten nach der naechtlichen Faehrfahrt. Und wie so immer, koennen ein paar Sonnenstrahlen ganze Landstriche veraendern.

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Die Careterra Austral fuehrt quer durch den Parque Pumalin.

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Morgens bei sehr bedecktem Himmel gefruehstueckt, abends nach verregneter Wanderung (durch den Regenwald, ist ja eigentlich logisch) die letzten und einzigen Sonnenstrahlen zum "Once" genossen.

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Blick Richtung Chaiten vom Parque Pumalin aus gesehen.

Einen weiteren Ausflug widmeten wir heissen Quellen im Regenwald. Das Geniessen von 55 Grad heissem Wasser, Open-Air bei stroemendem Regen ist wirklich sehr unvergesslich. Aus Gruenden der Diskretion werden an dieser Stelle keine Bilder veroeffentlicht. Wir bitten um Verstaendnis... ;-)

Leider fuehlte sich Caperucita Roja noch immer nicht wohl und nach der "Konsultation" des hiesigen Dorfmechanikers entschieden wir uns, die naechste Faehre wieder zureck nach Puerto Montt zu nehmen. Doch leider ist dies einfacher gesagt als getan, da in der Nebensaison weniger Faehren verkehren und somit die freien Plaetze rar sind. Dies hiess fuer uns fuenf Tage warten.

Diese restlichen Tage in Chaiten verbrachten wir mit Lesen, Malen, Zeichnen, Kochen und etlichen Spaziergaengen durchs Dorf, um die offenen Supermaerkte zu finden. Der Regen liess bis zum Ablegen der Faehre in Richtung Puerto Montt am Mittwochabend nie nach.

Posted by surfers 11.04.2007 11:49 AM Archived in Chile Comments (1)

Puerto Montt / Biketour Región Lago todos los Santos

Eine Hafenstadt als Ausgangspunkt fuer das suedliche Chile (01.04.2007 - 05.04.2007) (01.04.2007 - 05.04.2007)

semi-overcast 20 °C

Ja, der Sonntag endete wirklich anders, als wir es uns gedacht haben. Wir stornierten die Faehre von Quellon nach Chaiten und fuhren am Montag morgen zurueck nach Puerto Montt, um Caperucita Roja durch checken zu lassen. Und da uns der Dorfmechaniker, welcher uns von verschiedensten Seiten empfohlen wurde, auch noch den Hinweis gab, dass in Puerto Montt die beste Adresse fuer allfaellige Reperaturen von Nissan-Jeeps sei, war der Fall fuer uns klar. Chaiten und die Careterra Austral koennen warten, vorallem muss man fuer diese suedliche Region von Chile auch ein Fahrzeug besitzen, auf welches man sich hundertprozentig verlassen kann, um nicht Ueberraschungen zu erleben.
Die Careterra Austral (ihr eigentlicher Name lautet: Camino Longitudinal Austral) ist eigentlich die Fortsetzung der Panamerica Nummer 5, welche von Alaska quer durch Amerika, Mexico City, Zentralamerika wie Costa Rica, Panama, um dann weiter durch Peru und schliesslich in Chile an ihrem suedlichsten Punkt in Quellon auf der Isla Chiloé endet. Im Norden der Isla Chiloé, jedoch auf den Festland gelegen, befindet sich die Hafenstadt Puerto Montt, von der alle wichtigen Faehrverbindungen in den Sueden und Richtung Antarktis ausgehen. Um weiter auf dem Festland in den Sueden zu reisen, muss man die Careterra Austral nehmen, welche jedoch selbst von drei Meerengen unterbrochen wird. Diese werden mittels kuerzeren bis mittleren Faehrverbindungen ueberbrueckt (Fahrzeiten zwischen 30 Minuten bis zu 5 Stunden). Diese Strasse wurde 1976 ab Puerto Montt gebaut. Der Bau dauerte 23 Jahre, um die ueber 1000 km lange Stecke bis Villa O´Higgins quer durch die Urwaelder und den Fjorden entlang zu realisieren. Die Strasse ist bis auf wenige kurze Teilstuecke nicht asphaltiert, sondern geht von Schlammpisten bis zu grobschotterigem Belag (Hoechstgeschwindigkeiten gemaess Strassenkarten von 35 km/h bis 80 km/h). Von ihrem suedlichsten Punkt (Villa o´Higgins) fuehrt kein Weg mehr weiter in den Sueden, nur noch per tagelangem Trekking kann man ueber die Anden nach Argentinien reisen, um weiter suedwaerts zu gelangen. Um mit dem Auto bis zur suedlichsten Stadt der Welt (Punta Arenas) zu gelangen, muss man ueber Argentinien ausweichen, denn auf chilenischer Seite fuehren nur Faehrverbindungen durch die zahlreichen Fjorde hindurch. Soweit eine kleine Erklaerung, was die Careterra Austral anbelangt. Fuer uns war zu Beginn schon klar, dass wir nie weiter suedlicher als bis nach Chaiten und Futaleufú fahren wuerden, um danach auf argentinischer Seite wieder gegen den Norden zu fahren. Denn einerseits braucht man fuer die einfache Strecke Puerto Montt bis Villa O´Higgins ca. zweieinhalb Wochen Fahrzeit und der Herbst bringt ziemlich viele Niederschlaege und kuehle Temperaturen mit sich.
Doch zurueck nach Puerto Montt. Waehrend Caperucita Roja gecheckt wurde, benuetzten wir die Zeit, um die Stadt zu erkundigen und eine Versicherung abzuschliessen, ohne die es nicht moeglich ist, mit einem chilenischen Auto nach Argentinien zu reisen. Mit der Fahrt nach Argentinien koennen wir auch gleich die Verlaengerung unserer Visen beantragen, welche nach unserer Rueckreise wiederum drei Monate gueltig sind.

Waehrend Caperucita Roja noch in der Garage verweilte sind wir mit zwei chilenischen Mountainbikes am Fuss des Vulkans Osorno biken gegangen. Die Qualitaet der Bikes schien uns, im Vergleich mit den bisher gesichteten Fahrraedern hoch, doch der Fahrkomfort war trotzdem nicht mit unseren gewohnten Verhaeltnissen zu vergleichen.

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Zieldestination unserer Rundtour war der Lago todos los Santos, ueber welchen im Sommer auch eine Reiseroute nach Argentinien fuehrt.

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Die Berge im Hintergrund befinden sich bereits in Argentinien.

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Auf dem Rueckweg hielten wir noch kurz in Puerto Varas, um die Abendstimmung am Lago Llanquihue zu geniessen und den Vulkan Osorno ein letztes Mal zu betrachten.

Am Donnerstagabend ging es nun endlich los, mit reparierter Caperucita Roja fuhren wir nun von Puerto Montt auf die Faehre, welche uns bis nach Chaiten brachte.

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Die linke Faehre steht im Hafen von Puerto Montt bereit, um Caperucita Roja und uns nach Chaiten zu bringen.

Posted by surfers 05.04.2007 11:05 AM Archived in Chile Comments (0)

Isla Chiloé

28.03.2007 - 31.03.2007

sunny 20 °C

Nachdem wir endlich unseren Oelwechsel hinter uns gebracht hatten und unser Auto nun fuer alle Faelle geruestet zu sein schien, machten wir uns auf die lange Reise zur Isla Chiloe. In der Nacht davor wurden wir, sprich Chris, noch von einem Grossbrand in Valdivia aufgeschreckt. Scheinbar treibte zu dieser Zeit ein Feuerteufel sein Unwesen in Valdivia.

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Beim Verlassen der Stadt kamen wir auch am Brandort vorbei. Das Haus war bis auf den Kamin komplett abgebrannt.

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Die Fahrt war lange, jedoch gepraegt mit wunderschoenen Aussichten auf die Landschaft und die Vulkane Chiles. Nach endlich sieben stuendiger Fahrt, zum Glueck hatten wir Valdivia schon fruehmorgens verlassen, erreichten wir die Faehre, um auf die Insel zu gelangen und somit konnte der Ueberschiffung auf die Insel nichts mehr im Wege stehen.

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Blick vom stillen Oertchen auf der Faehre (unbezahlbar)...

Nach einer halbstuendigen Fahrfahrt erreichten wir die Insel und hielten gleich einmal Ausschau nach einem schoenen Plaetzchen fuer ein Once. Unsere knurrenden Maegen uebertoenten schon die Schiffsmotoren und so war unser Ziel gleich das erste schoene Plaetzchen auf der Insel.

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Die Insel Chile ist ungefaehr 145 Km lang und etwa knappe 50 Km breit. Das Land ist huegelig, aber nicht bergig und wird von einem grossen Wald bedeckt. Ein grosser Teil der Insel steht unter Naturschutz und dieser ist zum Teil nur per Wasserweg erreichbar, da es keine Strassen gibt. Den Besucher faszinieren mehr noch als die Landschaft mit den satten Farben, die Ruhe der Menschen hier und ihre eigene Kultur, von sagenumwobenen Legenden, speziellen Gerichten und heiterer Musik. Ein haeufiges Sprichwort lautet: "Wer sich beeilt, verliert Zeit".

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Der starke Wind auf Chiloe kann man an den Formen der Baeume ablesen.

Nach einem ausgiebigen Once und einer kleinen Siesta machten wir uns auf die Suche nach einer gemuetlichen Unterkunft fuer die naechsten Tage. Wir wollten etwa in der Mitte der Insel stationiert sein, um die Insel ideal zu erkunden. Nach der Durchfahrt von Castro, der Inselhauptstadt, beschlossen wir rasch unsere Suche entfernt von der geschaeftigen und lauten Stadt weiterzufuehren, da die Panamerica, welche im suedlichen Teil der Insel Chiloe beginnt, direkt durch die Stadt fuehrt. Mit dem Sonnenuntergang fanden wir dann schlussendlich auch ein wunderschoenes Plaetzchen abseits der stark befahrenen Hauptstrasse. Ein sogenanntes Palafito, ein Haus auf Stelzen ueber dem Wasser. Wenn wir schon nicht am Meer mit dem Rauschen der Wellen sein konnten, so war etwas Wassergeplaetscher auch akzeptabel ;-)

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Die Naechte waren kuehl, aber unser Palafito bestens mit einem heimeligen und warmen Kamin ausgestattet. Eigentlich ist die Insel Chiloe einer der regenreichsten Teile Chiles, doch das Glueck war uns hold, und wir hatten 4 sonnige Tage (ein eher ungewoehnliches Phaenomen wie uns einige Einheimische mitteilten). Die vier Tage verbrachten wir mit dem Erkunden der Insel. Ob die Nordspitze der Insel mit ihren unberuehrten romantischen Buchten, in denen sich Schwaerme von Delphinen tummelten und um die Wette surften...

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oder die Westseite mit ihrem grossen Nationalpark "Parque Nacional Chiloe"...

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Blick ueber den Parco Nacional de Chiloe

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Die Insel zeigte sich uns von ihrer schoensten Seite und es wurde uns schon ein bisschen traurig ums Herz, als wir die Faehre fuer den kommenden Sonntag zurueck aufs Festland, diesmal aber weiter in Richtung Sueden, nach Chaiten buchten. Doch fuer die letzte Nacht wurde nochmals kraeftig eingeheizt, der leuchtende Sternenhimmel bewundert und bald legten wir uns schlafen, da wir am Sonntag frueh los wollten, um die Faehre Mittags in Quellon zu erreichen. Doch der Sonntag sollte anderst enden als wir dachten...

Sonntag Morgen frueh, Chris checkte nochmals Oel und Wasser, hatten wir schon Probleme, den Motor zu starten. Wir dachten uns, dass dies wohl an der kuehlen Nacht oder vielleicht an der Batterie liegen koennte und entschieden uns im Ablegeort der Faehre an einer Tankstelle uns zu erkundigen...

Posted by surfers 01.04.2007 9:23 AM Archived in Chile Comments (4)

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